KI-Sichtbarkeit Schweiz

Welche KI-Systeme werden in der Schweiz genutzt?

Sebastian Schulte
Von Sebastian Schulte, Mitgründer von Aurora IntelligenceVeröffentlicht am

Zusammenfassung

80 % der Internetnutzenden in der Schweiz nutzen KI, doppelt so viele wie 2024. Laut IGEM ist ChatGPT mit einer Reichweite von 67 % das meistgenutzte System, danach folgen Google Gemini (32 %) und Microsoft Copilot (30 %).

Von den Seitenaufrufen, die KI-Chatbots auf Websites auslösen, kommen rund 79 % von ChatGPT und 12,5 % von Gemini (Statcounter, September 2026). Für Unternehmen heisst das: ChatGPT ist der wichtigste einzelne Kanal für KI-Sichtbarkeit, aber nicht der einzige.

Weitere Studien bestätigen die Tendenz der IGEM-Studie: Comparis misst 76 % (2024: 50 %), eine Befragung von finpension und der Hochschule Luzern 62 % für die private Nutzung. Die genauen Zahlen weichen voneinander ab, der Trend ist aber klar erkennbar.

Säulendiagramm: KI-Nutzung in der Schweiz, IGEM 40 %, 60 % und 80 % sowie Comparis 49,7 %, 62,4 % und 76,1 % für 2024, 2025 und 2026
KI-Nutzung in der Schweiz 2024 bis 2026 — Anteil der Befragten, die KI nutzen, nach Studie und Jahr. Quellen: IGEM-Digimonitor, Comparis.

ChatGPT dominiert, Gemini und Copilot folgen mit Abstand

Laut der Umfrage unter 15- bis 75-Jährigen in der Schweiz nutzen 67 % ChatGPT, das sind rund 4,3 Millionen Personen. Google Gemini erreicht als Zweitplatzierter 32 %, Microsoft Copilot 30 %, Meta AI 13 %, Claude und Perplexity je 10 % und Mistral 3 %. ChatGPT dominiert den Schweizer Markt also klar, während Anthropics Claude und Mistral, der einzige europäische Vertreter, weit abgeschlagen sind.

Balkendiagramm: Reichweite von ChatGPT 67 %, Google Gemini 32 %, Microsoft Copilot 30 %, Meta AI 13 %, Claude 10 %, Perplexity 10 %, Mistral 3 %
Reichweite der KI-Systeme in der Schweiz — Internetnutzende von 15 bis 75 Jahren, mindestens gelegentliche Nutzung. Quelle: IGEM-Digimonitor 2026.

Statcounter zeigt dieselbe Rangfolge aus anderer Sicht. Von den Aufrufen, die im September 2026 aus KI-Chatbots auf Websites in der Schweiz kamen, stammten rund 79 % von ChatGPT, 12,5 % von Gemini, 3,7 % von Perplexity, 3,1 % von Copilot und 1,5 % von Claude. Das ist nicht direkt mit Nutzerzahlen vergleichbar, gibt aber einen weiteren Anhaltspunkt, der die Dominanz von ChatGPT unterstreicht. Der Anteil von ChatGPT schwankt: Er sank von 85 % im September 2025 auf 66 % im April 2026 und stieg bis September wieder auf 79 %. Das kann am Nutzerverhalten liegen, aber auch daran, wie ChatGPT mit Links umgeht.

Liniendiagramm: Anteil von ChatGPT an den KI-Seitenaufrufen in der Schweiz, Tief im April 2026 bei 65,7 %, im September 2026 bei 79,2 %
Anteil von ChatGPT an den KI-Seitenaufrufen — Monatlich, September 2025 bis September 2026. Quelle: Statcounter Global Stats.

Gemini wächst stetig, von 1,2 % im September 2025 auf 12,5 %. Claude erreichte im Juni 2026 mit 7,1 % einen Höchstwert und fiel bis September auf 1,5 %. Perplexity sank von 8,0 % auf 3,7 %. Copilot lag im April bei 10,0 % und im September bei 3,1 %. Bei Anteilen unter 10 % schwanken die Werte wegen kleiner Fallzahlen stark.

Liniendiagramm: Gemini steigt auf 12,5 %, Perplexity 3,7 %, Copilot 3,1 %, Claude fällt nach dem Hoch im Juni von 7,1 % auf 1,5 %
Gemini, Perplexity, Copilot und Claude ohne ChatGPT — Anteil an den Seitenaufrufen aus KI-Chatbots, monatlich. Quelle: Statcounter Global Stats.

Ein deutlicher Kontrast zeigt sich bei den öffentlichen Daten von OpenRouter. Die Plattform misst den Marktanteil der Anbieter an der Nutzung, nicht an der Zahl der Nutzerinnen und Nutzer. Besonders intensive Tätigkeiten wie Programmieren verschieben hier die Ergebnisse. Am 19. Oktober 2026 hat OpenAI dort nur einen Marktanteil von 17 %, während Open-Source-Modelle stark zulegen.

Neben den reinen Nutzerzahlen hat IGEM auch abgefragt, wofür KI genutzt wird: 57 % der Internetnutzenden nutzen KI für Suche und Recherche, 39 % für Einkaufsberatung. Rund 40 % der Personen, die Chatbots kennen, nutzen sie anstelle einer Websuche, 2024 waren es 27 % (Comparis).

Was heisst das für Sichtbarkeit in KI, GEO, SEO, LLMO und AEO?

KI ersetzt in der Schweiz zunehmend die klassische Suche auf Google oder Bing. Deshalb wird es jedes Jahr wichtiger, dass Unternehmen auch in KI-Antworten sichtbar sind. Innerhalb der KI-Suche ist ChatGPT am wichtigsten, das kann sich je nach Zielgruppe aber unterscheiden. Was GEO von klassischem SEO unterscheidet, erklären wir in GEO vs. SEO.

Die 3 wichtigsten Tipps für Schweizer Unternehmen, die in KI sichtbar sein wollen:

  • ChatGPT zuerst, aber nicht allein. Mit 67 % Reichweite und rund 79 % der KI-Besuche ist ChatGPT der wichtigste Kanal. Gemini wächst und gehört wegen der Verbindung zur Google-Suche auf Platz 2.
  • KI beeinflusst die Auswahl früh. Recherche (57 %) und Einkaufsberatung (39 %) bedeuten, dass Kundinnen und Kunden früh Anbieter vergleichen. Wer in der Antwort fehlt, fehlt in der Auswahl, und Nutzerinnen und Nutzer kommen seltener auf die eigene Website.
  • Messen statt vermuten. Der Anteil von ChatGPT lag innerhalb eines Jahres zwischen 66 und 85 %. Sichtbarkeit sollte deshalb pro System und regelmässig gemessen werden, damit Verschiebungen im Markt erfasst werden. Einen Einstieg bietet der kostenlose Sichtbarkeits-Check.

Quellen

Alle Quellen wurden im Oktober 2026 abgerufen.

  1. IGEM-Digimonitor 2026. IGEM / WEMF (Intervista, n=1957), 25. Aug. 2026.
  2. KI erobert Schweizer Alltag: 60 Prozent nutzen ChatGPT & Co.. Netzwoche, 26. Aug. 2025.
  3. AI Chatbot Market Share Switzerland. Statcounter Global Stats (Export 19.10.2026), 19. Okt. 2026.
  4. Bereits drei Viertel der Bevölkerung nutzen KI-Helfer wie ChatGPT & Co.. Comparis (Innofact, n=1035), 2. Apr. 2026.
  5. Bereits jede 4. Person stellt Finanzfragen an ChatGPT & Co.. IFZ Retail Banking Blog, Hochschule Luzern, 24. Juni 2026.
  6. LLM Rankings. OpenRouter (Stand 19.10.2026), 19. Okt. 2026.

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